Lichtbildidealisten

Klaus Hellmich

Finnland reloaded

18. März 2016, Lichtbildidealisten - On Tour

Finnland Reloaded

Anfang März war es wieder soweit. Es ging erneut nach  Finnland, genauer gesagt in die Metropole Hetta. Auf dem Plan standen Nordlichter, Elche und nochmal Nordlichter mit Wasser. Geliefert wurden Nordlichter, Rentiere und Gegend im Schnee. Geht auch. Zur Not.

 

Da wir am Anreisetag von  blauem Himmel und Sonne empfangen wurden  entschlossen wir uns trotz kräftezehrendem Jetlag aufgrund des einstündigen  Zeitunterschieds um 23:00 h  unser Holzhaus zu verlassen, um  auf Polarlichtjagd zu gehen.

Unser Host  verriet uns eine Stelle zu der  wir nur 10 Minuten Anfahrt  hatten. Ich  war doppelt skepetisch, zum einen Aufgrund der Nähe zu Stadt oder besser gesagt zur Bauernschaft mit  Supermarkt und Kirche, zum anderen aufgrund der Polarlichtvorhersage.

 

Was braucht  man  für gelungene Polarlichterfotos ?

1) adäquaten Spot mit  möglichst  wenig lightpollution

2) rauscharmer Sensor und ein lichtstarkes weitwinkliges Objektiv

3) Stativ

4) in meinem Fall Handschuhe, Ersatzakku, Fernauslöser und eine Stirnlampe ist, wie ich finde auch  hilfreich

Der Fernaulöser via Infrarot versagte übrigens nach 5 Minuten. Am nächsten Tag indoor war er wieder einsatzklar. Muss mal googeln ob Minusgrade Infrarotwellen irgendiwe blocken.

 

Kaum hatten wir die Technik aufgebaut und die  ersten  Fotos gemacht. um  die Schärfe  in Sachen Unendlichkeitseinstellung  zu kontrollieren. bemerkte ich  mit den Augen die sich  langsam an die Dunkelheit, ähnlich eines Bärengesäßes. gewöhnt hatten, leichte  gräuliche  Streifen  am Nachthimmel.

Ich erinnerte mich, dass so ähnlich meine erste Nordlichterfahrung begann,  vor einem guten Jahr. 15 Sekunden  später hatte ich  auf dem  nächsten gemachten  Foto Gewißheit und  das Schauspiel nahm seinen Lauf. 

Was schwach  begann entwickelte sich  zu einem Schauspiel, welches ich  so  noch nicht erleben  durfte. Ich wußte  garnicht  wohin ich am  Nachthimmel zuerst fotografieren sollte, da gefühlt überall etwas passierte. Ich  wünschte mir drei Kameras, 4 Hände und 7 Füße und rannte völlig hektisch, wie ein Huhn  im Zickzack im Kreis, permanent die Kamera und das Stativ neu ausrichtend.

Selbst  meine sich sonst eher nach Innen freuende Begleitung entglitten  2 halblaute Freudenbekundungen mit Kraftausdrücken ähnelnden Vokabeln.

Nach  2.5 Stunden bei  -22 Grad versagten die Ströme, das Objektiv  hatte hübsche Eisblumen rundherum,  die Hände und die Füße waren taub. Das Gesicht  auch, aber nicht nur von der Kälte  sondern auch vom Dauergrinsen. Ich mag  hier nochmals  die  Hausbau und Baumpflanzmetaphorik bemühen...

Leider sollte das  die einzige Polarlichtbegegnung in der ganzen Woche bleiben, da der Himmmel sonst bedeckt blieb. Polarlichter und Wasser fiel auch aus, weil die Gewässer, völlig überraschend, zu geschneit und mit dick Schnee bedeckt waren. Zum Glück steckten  da Rentiere drin fest, sodaß ich wenigstens fast meinen Elch bekam. Sind ja auch recht ähnlich. 4 Pfoten und Hörner auffem  Kopp.

Zwei Tagestrips nach Norwegen  Richtung  Küste bescherten dann wenigstens nochmal ein paar Wolkenlöcher, offenes Wasser und sakrale Architektur.

Fazit: Wer Lust hat auf Schnee, wenig Menschen, Ruhe, Kälte und vielleicht Polarlichter .. machen !

 

 

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1 Kommentare

Claudio

26. März 2016

Ganz tolle Fotos!

Sehr schön.


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